Gerald Nierste

Gerald Nierste – Leidenschaft für die Kunst

Manches Mal gibt es Leidenschaften und Interessen, die sich von der älteren auf die jüngere Generation vererben. Bei Gerald Nierste aus Nordhorn war dies jedenfalls so. Sein Vater war ein großer Anhänger der französischen Kultur. Insbesondere die Impressionisten wie Claude Monet, Edouard Manet, Jean Renoir und Vincent van Gogh hatten es ihm ebenso angetan wie die großen französischen Literaten des 19. Jahrhunderts, Émile Zola, Victor Hugo und Honoré de Balzac.

Gerald Nierste (Foto: © 2021 Wolfgang Weßling)
Gerald Nierste (Foto: © 2021 Wolfgang Weßling)

Diese Klassiker hat Gerald Nierste schon als Jugendlicher gelesen, ebenso wie Kunstbände über den Impressionismus, die ihn so beeinflusst haben, dass er selbst anfing, zu Tusche, Feder, Pinsel und Ölfarben zu greifen. Mit einigem Talent. Zweimal nahm er erfolgreich an einem Malwettbewerb der Emsländischen Landschaft teil. Die von der Jury ausgewählten Werke wurden in Katalogen veröffentlicht.

Beruflich entschied er sich dann später für einen ganz anderen Weg. Er nahm das Studium der Rechtswissenschaften mit Erfolg auf. Heute ist er bei einem großen Versicherungskonzern beschäftigt.

Trotzdem blieb er der Kunst treu und malte in der Freizeit. Damit nicht genug setzte er vor ein paar Jahren eine Idee um, die ihn gemeinsam mit seinem Studienkollegen Wolfgang Weßling schon zu Schulzeiten umtrieb: die Gründung eines Kunstvereins. Nach kleinen Anfängen mit einer Internetseite startete der Kunstverein Nordhorn 2009 mit der Ausstellung „Bärilyn & Co.“ in den Räumlichkeiten der damaligen Anwaltskanzlei Weßling & Kambach an der Alfred-Mozer-Straße richtig durch. 2016 übernahm er dann von Wolfgang Weßling den Vorsitz des Vereins und hat ihn bis heute inne.

Als Kunstliebhaber hat Gerald Nierste natürlich auch ein großes Interesse an Ausstellungen in Museen. Und wie er durch Zufälle und die regelmäßige Lektüre der Tageszeitung sowie der Kunstzeitschriften wie ART und Weltkunst erfuhr, bedurfte es nicht immer nur weiter Wege, um hochwertige Kunst zu sehen.

Gerald Nierste (Foto: © 2003 Wolfgang Weßling)
Gerald Nierste (Foto: © 2003 Wolfgang Weßling)

Durch Zufall stieß er zum Beispiel auf das Rijksmuseum Twenthe in Enschede. Dort gehören Werke von Claude Monet und Alfred Sisley zur Sammlung. Mit Ausstellungen von Werken der Maler William Turner, Gerard de Lairesse und Thomas Gainsborough sowie hochkarätigen Renaissance-Künstlern wie Raffael, Tizian und Tintoretto hat sich das Museum überregionale Bedeutung erworben. „Eine große Empfehlung ist auch das von der Heydt Museum in Wuppertal. Hier habe ich auch viele große Maler wie Rubens, Sisley und Manet gesehen“, berichtet Nierste weiter.

Als Empfehlung direkt vor Ort nennt er das Otto Pankok-Museum in Gildehaus. Das kleine, aber äußerst feine Haus hat schon zahlreiche herausragende Ausstellungen auf die Beine gestellt. Nierste nennt beispielhaft bekannte Namen wie Otto Dix, Käthe Kollwitz, Günter Grass, Heinrich Zille und Heinrich Vogeler.

Eine von mehreren Neuentdeckungen für Gerald Nierste ist das von dem Künstler Kees Thijn gegründete Museum Thijnhof in Coevorden. Hier sind Künstler aus den Stilrichtungen Realismus, Symbolismus und Surrealismus vertreten. Als weitere Beispiele für neu entdeckte lohnenswerte Ziele in der Region nennt er das Museum „Draiflessen Collection“ in Mettingen, das Kloster Bentlage und das Huck-Beifang-Haus in Steinfurt.

(Text: Andreas Meistermann/März 2021)

Gerald Nierste
*1962 in Nordhorn
lebt und arbeitet in Nordhorn
Website: www.kunstverein-nordhorn.com