Karl-Heinz Hecke

Karl-Heinz Hecke – Malender Chronist der Grafschaft

Schon früh packte den am 29. Juli 1939 in Nordhorn geborenen Karl-Heinz Hecke die Leidenschaft für die Malerei, gewissermaßen von Kindesbeinen an. Er nutzte jede freie Minute, um Landschaften, Straßen, Häuser und Menschen aus seiner direkten Umgebung zeichnerisch festzuhalten. Was ihn damals trieb, kann er aus der Erinnerung gar nicht mehr sagen. Es gab keine besonderen Einflüsse aus dem familiären oder freundschaftlichen Umfeld. Es war vielmehr eine unerklärliche Leidenschaft, die einfach Freude bereitete.

Karl-Heinz Hecke (Foto: © 2022 Wolfgang Weßling)
Karl-Heinz Hecke (Foto: © 2022 Wolfgang Weßling)

Beruflich ging Hecke, „sicher ist sicher“, wie damals gesagt wurde, einen anderen Weg. Auf eine Lehre als Schlachter folgte die Tätigkeit in der Textilindustrie und schließlich die Weiterbildung zum Betonbauer. Die Leidenschaft für die Malerei blieb. Nachdem er zunächst als Autodidakt angefangen hatte, belegte er im fortgeschrittenen Alter Malkurse bei der Volkshochschule, um seine technischen Kenntnisse zu erweitern. Darüber hinaus vertiefte er sich in Fachliteratur und las Werke, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Kunstgeschichte beschäftigten.

Das Werk Karl-Heinz Heckes ist von Nordhorner Stadtansichten und Grafschafter Motiven wie aus dem Bilderbuch geprägt. Dabei findet der Autodidakt oft idyllische Motive einer heilen Welt, die er mit viel Liebe zum Detail in einer naiv anmutenden Bildsprache auf die Leinwand bringt. Als malender Chronist der Stadt Nordhorn darf der 82-jährige Karl-Heinz Hecke bezeichnet werden. In seinen Bildern hält er Motive aus früheren Zeiten fest, die oft heute kaum noch wiederzufinden sind. Basis der Motive von Hecke sind Fotografien von Franz Niederniehaus, Richard Zahn, Ulrich Göhler oder Paul Heekeren, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis kurz vor Beginn des 21. Jahrhunderts die Entwicklung Nordhorns mit der Kamera festgehalten haben.

Bilder von Karl-Heinz Hecke haben zum Beispiel in der Musikschule Nordhorn, im Krokusheim und Hansa-Stift, im Kloster Frenswegen oder im Rathaus Neuenhaus einen festen Platz gefunden.

Die Elemente Malerei und Fotografie finden sich auch in einer Ausstellung des Kunstvereins Nordhorn wieder, die den Titel „Nordhorn Damals und Heute – Der Maler Karl-Heinz Hecke“ trug und bis Mitte Januar 2022 in der Alten Weberei zu sehen war. Die Idee dahinter: Aus dem reichhaltigen Werk von Karl-Heinz Hecke wurden 19 Nordhorner Motive ausgewählt, die durch 19 aktuelle Fotografien ergänzt werden. Diese zeigen, wie sich die Kreisstadt über fast ein Jahrhundert immer wieder verändert hat, insbesondere durch die Entwicklung der Textilindustrie, die für Jahrzehnte das Stadtbild prägte. Ergänzt werden die Bilder und die Fotografien durch Texte, die erläutern, was früher war und was sich bis heute entwickelt hat.

(Text: Andreas Meistermann/Januar 2022)

Karl-Heinz Hecke
*1939 in Nordhorn
lebt und arbeitet in Nordhorn
Email: karlhecke@hotmail.de